Unsere Projekte in Nordindien

Das weltweite katholische Hilfswerk «Kirche in Not» unterstützt Katholiken in Nordindien, wo fast alle Gläubigen Dalits oder Stammesangehörige sind. Beide Gruppen sind extrem arm und innerhalb der indischen Sozialstruktur diskriminiert. Die katholische Kirche  unterstützt sie durch verschiedene pastorale Initiativen, denn „der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ (vgl. Mt 4,4; Lk 4,4). Inmitten der materiellen Armut verändert der Glaube ihr Leben. Den ersten Rückhalt erfahren sie, wenn sie Teil einer Gemeinschaft werden. Diese Erfahrung ist so überwältigend, dass sie viele Anstrengungen dafür auf sich nehmen. Zum Beispiel müssen sie stundenlang zur nächsten Kirche gehen oder das Wenige, das sie verdienen – selten mehr als ein oder zwei US-Dollar am Tag – für den Transport ausgeben. Eine Kirche oder Kapelle, die in der Nähe ihrer Dörfer gebaut wird, bedeutet für sie ein grosses Geschenk. Eine Kapelle oder Kirche ist nicht nur ein Platz, wo man sich versammelt und betet. Es ist auch ein sichtbares Zeichen der Kommunion und des geteilten Glaubens. Es stärkt ihre christliche Identität, die so wichtig ist für die ausgegrenzte, aber aktive  Gemeinschaft.

In diesem Teil der Welt sind Katecheten das Lebenselixier der Kirche, vor allem für Dalits, die als Christen weitere Diskriminierungen erleiden. Sie verlieren  zum Beispiel staatliche Unterstützungen, die für nicht-christliche Dalits vorgesehen sind.

Katecheten sind die ersten Personen, die den Kontakt zur Bevölkerung vor Ort herstellen und in den Dorfregionen Netzwerke unter den Gläubigen aufbauen. Katecheten stehen ihnen zur Seite , geben Hoffnung und Zuspruch. Viele Katecheten arbeiten – wie auch ihre Nachbarn, auf den Feldern. Ihr Einkommen ist so niedrig, dass sie kaum davon leben können. «Kirche in Not» ermöglicht ihnen, Fortbildungskurse zu besuchen, wo sie lernen, neue Perspektiven für ihr alltägliches Leben zu entwickeln und Gemeinschaften aufzubauen.

Eine weitere Säule der katholischen Kirche in Indien ist das Projekt der „Kleinen christlichen Gemeinschaften“. Sie treffen sich  regelmässig in Privathäusern oder Pfarreien. In den Gemeinschaften lernen die Mitglieder, wie man aus dem Gebet Kraft schöpft, um die täglichen Herausforderungen gemeinsam anzugehen.

Inspiriert von der Bibellektüre, persönlich begleitet von Ordensschwestern, Priestern oder speziell ausgebildeten Laien, treffen sich „Kleine christliche Gemeinschaften“ mit rund 10 Personen regelmässig, um die Hürden im Alltag mehr und mehr aus eigener Kraft zu meistern. Ein wichtiges Ziel ist es, dabei zu lernen, dass jeder auf den anderen achtgibt, wie Veronique Vogel, die «Kirche in Not»-Referentin für Projekte in Indien, betont. „Sie werden ermutigt, nicht nur die eigenen Probleme anzugehen, sondern auch die der anderen wahrzunehmen. So entwickeln sie einen tieferen Sinn für ihre Rolle im Alltag und  in der Familie. Die Mitglieder der `Kleinen christlichen Gemeinschaften` wirken damit auch über ihren Kreis hinaus und tragen die Werte des Evangeliums in die Gesellschaft hinein. “

«Kirche in Not» den katholischen Gemeinden in Nordindien Bibeln und Bücher zur Verfügung, unterstützt Priester, Ordensmitglieder, baut Kirchenräume und lädt zu Fortbildungs-Programmen ein. So wird die Isolation der Dalits überwunden, damit sie ihr Leben zunehmend selbst und gefördert von der christlichen Gemeinschaft wandeln können.

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ÜBER UNS

«Kirche in Not (ACN)» ist ein internationales katholisches Hilfswerk päpstlichen Rechts, das 1947 von Pater Werenfried van Straaten (Speckpater) als „Ostpriesterhilfe“ gegründet wurde. Es steht mit Hilfsaktionen, Informationstätigkeit und Gebet für bedrängte und Not leidende Christen in ca. 150 Ländern ein. Seine Projekte sind ausschliesslich privat finanziert. Das Hilfswerk wird von der Schweizer Bischofskonferenz für Spenden empfohlen.